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Pressestimmen

Mit 2,74 Promille und zu schnell für Tempo 30

 

Mit ihrem Job sorgen sie für Sicherheit und Ordnung in der Hansestadt. Hier geben Stralsunder Polizisten Einblick in ihre Arbeit

 

Stralsund - Quietschende Reifen und laute Beschleunigungsgeräusche - für die Tempo-30-Zone der Altstadt war der Hyundai mit Rügener Kennzeichen offenbar eindeutig etwas zu schnell unterwegs. Das fanden zumindest die Beamten einer Polizeistreife, die kurz nach drei Uhr in der Frühe ihrem Revier zustrebten. Deshalb hielten sie das Auto an.

 

Dass sie damit gewissermaßen den richtigen Riecher bewiesen hatten, sollte sich schnell herausstellen. Denn als der Mann hinterm Lenkrad die Autotür öffnete, schlug den Polizisten bereits eine gewaltige Alkoholfahne entgegen. „2,74 Promille zeigte das Messgerät nach dem Pusten ins Röhrchen an" sagt Dietmar Grotzky nach einem Blick in die Anzeige zu diesem Fall. Doch der Leiter des Polizeihauptreviers weiß auch, dass der 29-jährige Stralsunder dabei durchaus noch einen zeitlich und räumlich relativ gut orientierten Eindruck bei seinen Kollegen hinterlassen hatte. Allerdings bleibt so viel Sprit im Blut dann doch nicht ganz ohne Auswirkungen. Zumindest sein Gedächtnis muss den Kraftfahrer zu so früher Morgenstunde im Stich gelassen, denn er war überzeugt, zuvor höchstens drei Bier und drei Weinschorlen getrunken zu haben. Na gut, soll er auf Nachfrage eingeräumt haben, ein, zwei Schnäpse könnten eventuell auch dabei gewesen sein. So genau könne er das auch gar nicht wissen, da er täglich etwas trinke, räumte der Liebhaber geistiger Getränke anscheinend noch nebenbei ein.

 

„Seltsam war bei dieser Geschichte auch, dass seine 24-jährige Beifahrerin in dieser Nacht weder etwas vom Trinkverhalten ihres Chauffeurs, noch von dem offensichtlichen Alkoholdunst im Auto mitbekommen haben wollte" stellt Grotzky trocken fest. Angesichts so vieler unsicherer Angaben und auch, um den tatsächlichen Blutalkoholgehalt gerichtsfest zu machen, musste der Mann mit der Vorliebe für Bier und Weinschorle erst einmal mit aufs Revier, wo ein Arzt ihm Blut für die Laboruntersuchung abnahm.

„Ich hoffe", sagt Grotzky, „dass der Mann das Auto in der nächsten Zeit stehen lässt, denn seinen Führerschein haben wir erst einmal eingezogen. Jörg Mattem